Musik-Menschen Teil 2 – Johannes

Mai 15, 2026 | Allgemein

Wie ist es ein Rhythmus-Instrument zu spielen, was ist Deiner Meinung nach die größte Herausforderung und was macht Dir dabei am meisten Spaß?

Als Schlagzeuger bin ich in der Situation die 1. Stimme zu spielen, muss also führen. Wenn ich schleppe oder treibe muss die Band mit. Damit habe ich einen gewissen Einfluss auf das Ergebnis der Gesamtband.

Damit ist aber auch verbunden, dass Bandmitglieder nicht einverstanden sind, was Dynamik, Time und Interpretation angeht. Zudem hört man Schlaginstrumente immer aus dem Gesamtklang heraus, was von einigen MitmusikerInnen als Lautstärke empfunden wird. Kritik die sich ausschließlich auf die Lautstärke bezieht finde ich nervig und verderben mir die Laune.

Wenn Dir ein Lied gefällt, achtest Du dabei eher auf den Rhythmus oder mehr auf die Melodie? 

Auf den Groove aller MusikerInnen.

Kochtopf, Teetasse, Deckel von Mülltonnen: mit welchen Alltagsgegenständen hast Du schon Musik gemacht?

So ziemlich mit allem. In der Zeit als Jürgen K. Groh das Konzertorchester Nieder-Roden geleitet hat, haben wir immer wieder sehr moderne symphonische Blasmusik gespielt. Da mussten Ketten, Nägel, Hämmer, Deckel aus verschiedenen Materialien, ….. in das Spiel integriert werden. 

Wer ist Dein musikalisches Vorbild? 

Vinnie Culaiuta, Maurice White, Sonny Emory, Jay Williams und fast alle Gospel-Drummer.

Auf welches Lied aus dem Stadtkapellen-Repertoire freust Du Dich in der Probe am meisten?

Fat Cat, Caravan.

Welches Lied aus dem Stadtkapellen-Repertoire ist für Dich am schwierigsten?

St. Thomas, Samba Time 

In welchem Alter hast Du mit Schlagzeug begonnen und warum hast du Dich dafür entschieden?

Ich habe mit 14 Jahren begonnen. Meine Musiklehrerin sang in der seinerzeit bedeutend-sten Top40-Band (Sunset) von Hannover. Ich hatte mir ein Konzert angeschaut, war so geflasht vom Drummer und habe ihn am gleichen Abend gefragt, ob er mir Unterricht gibt.

Zunächst habe ich Hardrock (ACDC, Whitesnake) gespielt. Später wurde Toto zu meiner Lieblingsband, ab 17 hatte ich dann eine Band die eigene Funk/Pop-Musik geprobt hat. Wir waren eine tolle Band mit MoussT an den Keys, Hilko Schumeros Percussion (Randy Crawford, DJ Bobo, …), Hannes Schäfer (später Fury in The Slaughterhouse) am Bass und einigen anderen MusikerInnen. Leider verließen immer wieder MusikerInnen die Band wegen Beruf/Studium/Diventum, so dass die Band nicht zum Fliegen kam.

Mit 21 habe ich dann die Stöcke frustriert an den Nagel gehängt, studiert, promoviert, gearbeitet und Kinder großgezogen.

Meine Frau Britta  und Jürgen K. Groh haben mich dann aus der 27jährigen Pause zurück geholt.

Hast Du noch ein Instrument gelernt?

Ich hatte musikalische Früherziehung über mich ergehen lassen. Da ich sehr aufgeweckt war, verbrachte ich schnell mehr Zeit auf dem Gang als am Instrument, somit ist leider kein Melodieinstrument an mir hängen geblieben. 

Wenn ja welches, wenn nicht: gibt es ein Instrument, das Dich noch reizen würde zu spielen?

Ich würde sehr gerne Klavier und E-Bass spielen können, um eigene Ideen aufnehmen zu können. 

Bitte ergänze den Satz: „Üben ist…..“! 

….die einzige Möglichkeit sein Instrument so zu beherrschen, dass man es musikalisch spielen kann und damit eine Band bereichert. Üben ist mit viel Disziplin verbunden und fällt mir nicht leicht.

Bei welchem musikalischen Projekt, oder bei welcher Besetzung wärst Du sofort dabei?

Gospel-Band, Soul-Band, EWF-Coverband

Was gefällt Dir besser: Nach Noten spielen oder improvisieren?  

Noten helfen mir den Ablauf des Stückes zu überblicken und sind in Bigbands und Orchestern unumgänglich.

Frei zu spielen ist die Form wie ich Schlagzeug gelernt habe und gefällt mir sehr. Improvisieren ist bzgl. Solieren die Königsklasse am Drumset. Soli bedürfen möglichst perfekte Technik und Virtuosität. Hier habe ich noch viel Luft nach oben.

Welche Musikrichtung magst Du gar nicht?

Volksmusik, Trashmetal, FreeJazz, schlecht gemachte Musik.

Bitte setze den Satz fort: „Gute SchlagzeugerInnen zeichen sich dadurch aus, dass ….“!

….sie selbstbewusst, groovy, verantwortungsvoll und musikalisch spielen 

Übst Du? Wenn ja: Was, wie, wo und wie lange?

Zu wenig/selten (vor allem Rudiments). 

Ich übe vor allem wie beim „Caraoke“ zu guten Aufnahmen, in meinem Ü-Raum/-Studio in meiner Scheune. Wenn ich beim Üben bin werden es rund 1,5 – 3 Stunden.

Welchen Tipp hast Du, wenn jemand Schlagzeug lernen will?

Sich niemals einreden lassen, dass das Krachmachen ist. Möglichst schnell mit Band spielen, damit man den musikalischen Zusammenhang verstehen lernt.

Bitte nur als Hobby betreiben. Berufsmusik ist sehr hart.

Seit wann bist Du in der Stadtkapelle?

Seit September 2021.

Diesen Bericht schrieb:

Katharina (Saxophon)

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